24 Stunden Berufsfeuerwehrtag | Aktuelles - Freiwillige Feuerwehr Bernhardswald

28.08.2010 | Jugend - 24 Stunden Berufsfeuerwehrtag

Seit rund fünf Jahren ist der 24 Stunden Berufsfeuerwehrtag das Highlight der Jugendübungen. An diesem Tag schlüpfen die Feuerwehrfrauanwärterinnen und die Feuerwehrmannanwärter in die Rolle eines Berufsfeuerwehrlers und müssen 24 Stunden Einsatzdienst leisten, das heißt ständig einsatzbereit sein und zu Einsätzen ausrücken. Auch dieses Jahr fand der schon zur Tradition gewordene BF Tag statt und neun Mitglieder der Jugendgruppe der Feuerwehr Bernhardswald nahmen Teil. Nach Dienstantritt um 10.00 Uhr wurde der Dienstplan bekanntgegeben und die einzelnen Aufgaben wie Abspülen oder Essensausgabe wurden vergeben. Anschließend stand die Fahrzeugpflege und die Überprüfung auf Einsatzbereitschaft der Ausrüstung auf dem Plan, woraufhin es gegen 12 Uhr Mittagessen gab. Nicht lange gewartet, schon sprang der Piepser des Gruppenführers an: „Hilflose Katze auf Baum“ stand auf dessen Bildschirm und die Gruppe machte sich mit dem Löschgruppenfahrzeug 16/TS auf dem Weg zum Einsatzort. Dort angekommen, konnte die Katze schnell gesichtet werden: Eingeklemmt zwischen Baumstamm und Ast konnte das verängstigte Tier weder rauf noch runter. Deshalb wurde auf Befehl des Gruppenführers die Steckleiter am Baum angelegt, der Ast mit einer Säge entfernt und das Tier gerettet. Nach einem kleinen theoretischen Exkurs über Rettungsmethoden von Personen mit Leitern ertönte während dem Aufräumen bereits der nächste Alarm: Ein voll gelaufener Keller direkt beim Gerätehaus wurde gemeldet und somit konnte der Mehrzweckanhänger auch ohne Zugfahrzeug zum Einsatzort transportiert werden. Hier fand man einen undichten Wasserschlauch und einen verstopften Ablauf vor, sodass das austretende Wasser nicht ablaufen konnte. Daraufhin wurde der Wassersauger zum Entfernen das Wassers verwendet um den Ablauf wieder frei zu machen, der Schlauch wurde währenddessen provisorisch abgedichtet. Auch dieser Einsatz konnte nach kurzer Zeit erfolgreich beendet werden. Darauf folgte eine Ausbildungsstunde, gehalten vom Ausbildungsbeauftragten Markus Hechtbauer, unter anderem zur technischen Hilfeleistung und dem Vorgehen bei Verkehrsunfällen mit verletzten oder eingeklemmten Personen. Kurze Zeit später rückte die Bereitschaft erneut aus – diesmal zu einem Kleinbrand, nämlich einem Tonnenbrand. Dieser Einsatz stellte sich jedoch doch als sehr aufwendig heraus, da nämlich eine lange Schlauchstrecke zum nächsten Hydranten gelegt werden musste und diese dazu noch über eine stark befahrene Verbindungsstraße führte. Des Weiteren stellte die Suche nach dem Unterflurhydranten ein Problem dar, da dieser von Kies verdeckt war und erst frei geschaufelt werden musste. Diese Suche kostete circa zehn Minuten, jedoch konnte dann das Feuer durch die Vornahme eines C-Rohrs schnell gelöscht werden. Nach den Nachlöscharbeiten konnte wieder zurück gebaut werden und zum Gerätehaus zurückgekehrt werden, um sich mit selbstgemachten
Burger zu stärken. „Auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall bei Finsing“, so lautete der nächste Einsatz, der die jungen Feuerwehrkameraden beim Fußballspielen unterbrach. Das Mehrzweckfahrzeug mit Anhänger und das Löschgruppenfahrzeug rückten unmittelbar nach dem Alarm aus und trafen nach wenigen Minuten am Einsatzort ein, wo sich folgende Lage ergab: Es kam zu einem Auffahrunfall, wobei eine Person verletzt wurde und Betriebsmittel aus dem zweiten Fahrzeug austraten. Auf Befehl der Einsatzleitung wurde eine Verkehrsabsicherung eingerichtet, die Betriebsstoffe mit Bindemittel abgestreut und gebunden und die Person betreut. Daraufhin kehrten die Fahrzeuge wieder zum Gerätehaus zurück und es kehrte für circa eine Stunde Ruhe ein, bis es erneut einen Alarm gab, diesmal war es ein Vollbrand bei der Grundschule Bernhardswald, welcher das Eingreifen der Feuerwehr benötigte. Das Tanklöschfahrzeug 16/25 wurde aufgrund seines Wassertanks und der Ausleuchtungsgeräte als Einsatzfahrzeug gewählt und bei der Anfahrt zum Einsatzort war bereits ein großer Feuerschein zu erkennen. Dies bestätigte sich, ein größerer Holzhaufen stand in Vollbrand, sodass zwei C-Rohre zum Einsatz kamen. Zudem wurde der „Power-Moon“ aufgebaut, um die Einsatzstelle auch nach dem Ablöschen des Feuers ausleuchten zu können, eine Verkehrsabsicherung wurde ebenfalls aufgebaut. Nach dem Abrücken von der Einsatzstelle wurde das Tanklöschfahrzeug wieder einsatzbereit gemacht. Nun kehrte Stille im Feuerwehrhaus ein, bis die müden und meist schlafenden Jugendlichen schon um 5.00 Uhr aus dem kurzen Schlaf gerissen wurden. Grund hierfür war ein schwerer Verkehrsunfall in der Nähe des Kindergartens Bernhardswald, es war auch eine eingeklemmte Person gemeldet. Das Tanklöschfahrzeug rückte nach wenigen Minuten aus und an der Einsatzstelle konnte der Gruppenführer folgende Lage erkennen: Ein PKW liegt im Graben, der Beifahrer ist eingeklemmt und verletzt, der Fahrer ist nicht auffindbar. Die Person musste durch den Einsatz des Rettungssatzes, bestehend aus Spreizer und Schere, gerettet werden, nachdem die Einsatzstelle gesichert wurde. Hier mussten die Einsatzkräfte die Theorie von Nachmittag in der Praxis einsetzen. Ein weiterer Trupp suchte währenddessen die vermisste Person mit Hilfe der Wärmebildkamera und konnte diese nach zehn Minuten in der Nähe der Unfallstelle finden. Da die Jugendfeuerwehrmitglieder so geschafft waren, fiel der geplante Dienstsport am Morgen aus und die Stunde wurde fürs Schlafen verwendet, danach gab es noch ein gemeinsames Frühstück und dann hieß es für die jungen Feuerwehrler „Dienstende!“.
Danke an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben, die "Brandstifter" aus der Einsatzabteilung, die Auto Mass GmbH und die Gemeinde Bernhardswald.